Lichttherapie
Viele Menschen leiden immer wieder zwischen Oktober und März unter der so genannten Winterdepression. Dabei können Antriebslosigkeit, Traurigkeit und verstärkter Appetit mit Gewichtszunahme auftreten. Die Ausprägung der so genannten Winterdepression kann sehr unterschiedlich sein. Die verringerte Lichteinstrahlung während der dunklen Jahreszeit beeinflusst die Ausschüttung von Hormonen und Botenstoffen im Gehirn und damit die Gefühle und das Aktivitätsniveau vieler Menschen so stark, dass es zu ernsthaften Beschwerden kommen kann.
Eine Lichttherapie kann helfen. Oft tritt bereits nach kurzer Zeit eine erste Verbesserung der Krankheitssymptome ein. Der volle Effekt mit einem Gefühl von Leichtigkeit, Ruhe und Energie tritt meist nach etwa 2 Wochen ein.
Wir leben hauptsächlich in geschlossenen Räumen. Hier herrscht eine durchschnittliche Beleuchtungsstärke von 500 Lux. Das empfinden wir zwar als hell, es ist aber viel zu wenig, um für den Körper ein effektiver Zeitgeber zu sein. Diese komplexen Abläufe funktionieren erst, wenn Licht in einer Beleuchtungsstärke von 2500 bis 10000 Lux täglich 0,5 bis 2 Stunden vorhanden ist.
In unserer Praxis erhalten Sie eine Lichttherapie mit dem Davitagerät LD 220 mit 10000 Lux.
Häufigkeit und Zeitpunkt der Behandlung
Eine Behandlung dauert 30 Minuten. Sie sitzen oder liegen im Abstand von 50 cm zur Lichtquelle. Zeit in der Sie bei Musik entspannen oder lesen und Kraft tanken für den Tag. Während der Anwendung sollten die Augen geöffnet sein. Etwa alle 1,5 Minuten fordert Sie das Gerät auf für ein paar Sekunden direkt in die Lichtquelle zu schauen. Ein ununterbrochenes Starren in die Lichtquelle sollte vermieden werden.
Die Dauer der Behandlung ist individuell unterschiedlich. Um einen
positiven Effekt zu erreichen empfehlen wir die Therapie mindestens
14 Tage durchzuführen.
Im allgemeinen wird empfohlen, die Behandlung über 2-3 Wochen 5-mal
pro Woche durch zu führen, danach 2-3 Wochen 3-mal pro Woche, im
Anschluss daran, je nach Bedarf, sobald die Symptome wieder auftreten.
Der optimale Behandlungszeitpunkt bei der Winterdepression ist der frühe
Morgen oder die Zeit des größten Stimmungstiefs. Das Prämenstruelle
Syndrom PMS („Tage vor den Tagen“) und das vor verlagerte Schlafphasensyndrom
(sehr frühes Schlafengehen und sehr frühes Aufwachen) werden
am effektivsten am Abend, das rückverlagerte Schlafphasensyndrom
(sehr spätes Schlafengehen und sehr spätes Aufwachen) am Morgen
behandelt.
Was Sie noch wissen sollten
Bei der Lichttherapie wird keine UV-Strahlung vom Gerät freigesetzt,
dass heißt sie brauchen keinen Sonnenschutz. Nebenwirkungen gibt es
sehr selten.
Selten und meist nur kurz andauernd können Kopfschmerzen, Übelkeit,
Gereiztheit und Augenbrennen auftreten.
Eine absolute Kontraindikation besteht bisher nicht.
Bei allen Formen von Augenerkrankungen ist Vorsicht geboten, und es
sollte der Augenarzt vorher aufgesucht werden. Bei Patienten mit Lithiumbehandlung
und Medikamenten, die die Sensibilität des Auges auf Licht erhöhen
können, ist zusätzlich eine augenärztliche Überwachung
der Lichttherapie erforderlich.
Medikamente welche die Photosensibilität des Auges erhöhen:
Lithium, Fluoxetine, Imipramine, Amiodarone, Chlorpromazine, Hydrochlorotiazide , Thioridazine, Iprindol, Propanolol
Die Lichttherapie wird im allgemeinen nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Sie ist eine individuelle Gesundheitsleistung, die vom Patienten selbst zu tragen ist. Die Kosten orientieren sich an der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte).
Haben Sie weitere Fragen zur Lichttherapie, so wenden Sie sich gerne an uns.